Social-Media für Unternehmen (Teil 1): facebook

27.03.2014 von Jens Martin Baumgartner
Social-Media-Kanäle

Social-Media-Kanäle

An Social-Media-Marketing kommt kein Unternehmen mehr vorbei. Nur mit einer Website im Internet präsent zu sein, reicht für die meisten Firmen nicht mehr aus, denn soziale Netzwerke übernehmen verstärkt die Aufgaben der Suchmaschinen und Nachrichtenportale. Dabei liegen die Vorteile durch die Präsenz in Social-Media-Plattformen wie facebook, Twitter und Google+ auf der Hand.

Unternehmen können für sich und ihre Produkte werben, ihre Bekanntheit steigern, direkt mit potenziellen Kunden in Kontakt treten, ihre Kundenbeziehungen pflegen und die Kundenbindung über die Zeit verstärken, ein positives Image aufbauen und Daten für die Marktforschung sammeln. Dabei hat jedes Soziale Netzwerk eigene Möglichkeiten, Zielgruppen und Kommunikationsregeln. Doch welche sozialen Plattformen sind für Unternehmen sinnvoll und welche Möglichkeiten hat man mit diesen?

Social-Media-Nutzung in Deutschland

Vier von fünf (78 Prozent) Internetnutzern in Deutschland sind in einem sozialen Netzwerk angemeldet und zwei Drittel (67 Prozent) nutzen diese auch aktiv. Diese Zahlen veröffentlichte der Hightech- Verband BITKOM auf Grundlage einer Studie zur Verbreitung sozialer Netzwerke Ende Oktober letzten Jahres (2013).

Social-Media Nutzung in Deutschland

Danach sind die Nutzerzahlen vor allem bei den Älteren stark gestiegen. 55 Prozent der Internetnutzer in der Generation 50-Plus sind derzeit in sozialen Netzwerken aktiv. 2011 waren es 46 Prozent. Die Frauen waren bei der Nutzung von facebook, Twitter und Co. bislang deutlich überrepräsentiert, jetzt konnten die Männer annähernd gleichziehen. 68 Prozent der weiblichen Internetnutzer sind aktive Mitglieder in den Netzwerken, bei den Männern sind es 67 Prozent. Des Weiteren nutzen sieben von zehn aktiven Mitgliedern (69 Prozent) die Netzwerke täglich. Ein Drittel sind Intensivnutzer, die eine Stunde oder länger pro Tag aktiv sind. Unter den 14- bis 29-Jährigen ist es mit 52 Prozent sogar mehr als die Hälfte.

facebook für Unternehmen

facebook ist das meist genutzte Social Media Netzwerk weltweit. In Deutschland nutzen rund 27 Millionen Menschen den Dienst, um regelmäßig Informationen auszutauschen. Es bietet Unternehmen somit eine enorme Reichweite, um potenzielle Kunden zu erreichen.
Möglichkeiten für Unternehmen:

facebook Unternehmensprofil

Facebook_Unternehmensseite_Beispiel_Redbull

(Bildquelle, eigener Screenshot: https://www.facebook.com/redbull)

Jedes Unternehmen, jede Marke oder jedes Geschäft kann sich auf facebook mit einer eigenen Seite präsentierten, Nähe zu potenziellen Kunden suchen und mit den Konsumenten kommunizieren. Die Unternehmensseite kann komplett kostenfrei angelegt und verwaltet werden. Einmal angelegt und eingerichtet bietet sie ähnliche Funktionen wie die Profile von gewöhnlichen Usern innerhalb von Facebook. Interessierte facebook Nutzer können sich über den “Gefällt mir” Button mit dem Unternehmen verbinden und erhalten so alle Statusupdates, die ein Unternehmen tätigt, im gleichen Newsstream, wie die Statusupdates ihre Freunde. Mit Hilfe von facebook Insights (Seitenstatistiken) können Firmen Ihre „Gefällt mir“-Angaben, Reichweite, Besuche und vieles mehr analysieren und dementsprechend Ihre Interaktionen verbessern.

facebook Places / Orte

Facebook_Places_Beispiel_Hotel

(Bildquelle, eigener Screenshot: https://www.facebook.com/Vital.Hotel.Bad.Lippspringe)

Die facebook Places repräsentieren echte Orte innerhalb von facebook. Sie unterscheiden sich nur in der “Check-In” Funktionalität von einer Unternehmensseite. Nutzer können durch diese Funktion allen ihren Freunden auf Facebook mitteilen, an welchem Ort sie sich gerade befinden. Seiten mit einer Ortsintegration erkennt man an der Adresse im Kopfbereich links und der Angabe “X Personen waren hier“. Places Seiten sind besonders dann effektiv, wenn sie von einer Vielzahl von Personen aufgesucht werden, die im besten Fall vor Ort weitere Freunde bei ihrem Check-In markieren. Dann entfaltet sich das Potenzial von Places und das entsprechende Unternehmen erhält zusätzliche Aufmerksamkeit im Newsfeed. Prädestiniert für facebook Places sind unter anderem Restaurants, Bars, Veranstaltungsorte (Hallen, Stadien), Hotels und Bekleidungsgeschäfte.

facebook Anzeigen

facebook stellt für Unternehmen eine Vielzahl von Anzeigenformaten bereit, die sich je nach Anzeigenziel einsetzten lassen. Der Social-Media-Riese unterscheidet bisher zwischen zwei Anzeigenformaten. Zum einen die facebook Ads, bei denen Werbetreibende den Inhalt, das Anzeigenbild sowie den Text selbst bestimmen können, und zum anderen den Sponsored Stories. Diese Anzeigenform wandelt Aktualisierungen von Pages, Check-Ins bei facebook Places, Likes und Aktivitäten innerhalb von Applikationen eines Nutzers in Anzeigen um.

Allerdings kündigte facebook bereits an, die Sponsored Stories ab 9. April einzustellen. Der Soziale Kontext in Werbeanzeigen wird jedoch beibehalten und auf andere Formate wie beispielsweise „Page Post Ads“ und „Page Like Ads“ ausgeweitet.

Beispiele für Anzeigenziele und Werbeformate:

1. Aufbau von Gefällt mir Angaben einer Seite

  • Page Like Ads

Beispiel_Page_Like_Ad

(Bildquelle, eigener Screenshot: https://www.facebook.com)

Page Like Ads sind mit einem „Gefällt mir“ Button versehen, womit sich der User direkt mit der Seite oder dem Unternehmen in Verbindung setzen kann. Sie können sowohl in der Right-Hand Side als auch im Newsfeed geschaltet werden. Ersichtlich wird auch, ob Freunde diese Seite ebenfalls geliked haben und wie vielen Usern insgesamt diese Seite gefällt.

2. Steigerung der Interaktion

  • Page Post Ads

Mit Page Post Ads können Werbetreibende bestimmte Postings der Unternehmensseite bewerben. In diese Anzeigen können Bilder, Videos oder auch Links eingebunden werden, klickt man sie an wird der Inhalt vergrößert dargestellt und der User kann beispielsweise einen Kommentar hinterlassen. Neben der Steigerung von Interaktionen bieten sich Page Post Ads auch zum Steigern der Reichweite von eigenen Inhalten oder zum Generieren von Klicks auf eine Website an.

3.Traffic und Conversions auf der eigenen Homepage generieren

  • Domain Ads

Beispiel_Domain_Ad

Domain Ads sind mit einem Bild, einer Überschrift und einem Anzeigentext versehen. Sie bewerben externe URLs und leiten direkt auf diese weiter. Allerdings ist mit diesem Werbeformat Werbung auf mobilen Geräten nicht möglich, da sie ausschließlich in der Right-Hand Side angezeigt werden. Um die mobile Bewerbung abzudecken, eignen sich Page Post Ads, indem der Link auf die externe Website in den beworbenen Post eingebunden wird.

facebook Plattform

Unter der facebook Plattform lässt sich alles zusammenfassen, was sich nicht den Pages oder den Ads zuschreiben lässt. Hierunter fällt Beispielsweise der facebook Open Graph. Das Open Graph Protocol ist die Schnittstelle für Entwickler und Programmierer von Websites und Apps zu facebook. Es ermöglicht die Integration von Social Media Komponenten in herkömmliche Seiten und deren Interaktion mit facebook via Apps.

Auf Webseiten oder Blogs lassen sich durch sogenannte Social Plugins beispielsweise Like-Buttons, Empfehlungen, facebook-Kommentarfelder oder Activity Streams einbinden. Für den Nutzer stellt sich der Ablauf folgendermaßen dar: Er besucht eine beliebige Unternehmenswebseite, auf der er einen „Like-Button“ vorfindet. Mit einem Klick auf diesen Button erscheint die Aktivität im facebook-Newsfeed des Users, und seine Freunde erhalten einen Einblick in seine Aktivitäten. Gleichzeitig kann der User auf der Webseite selbst sehen, welche seiner Freunde die entsprechenden Inhalte ebenfalls durch einen Klick auf den „Like Button“ geteilt haben.

Des Weiteren lassen sich Apps so programmieren, dass sie flexibel die Aktivitäten der User in Timeline, Ticker und Newsstream posten. Bekannte Open Graph Apps sind Spotify, The Guardian oder Runtastic. Ein Nutzer benutzt beispielsweise die Runtastic App, um die Dauer, die zurückgelegte Distanz oder die Kalorienanzahl seiner Sportaktivität zu dokumentieren. Die App postet darauf im Newsstream, Ticker und der Timeline des Users eine Meldung, dass die Person „X“ mit Runtastic.com „Y“ Kilometer gelaufen ist. Dabei fügen die Apps Nutzeraktionen in den Open Graph ein, welche wiederum von facebook an geeigneter Stelle ausgegeben werden. Diese Ausgabe in Timeline, Ticker und Newsstream nennt sich Frictionless Sharing. Durch diese Struktur ist es dem User möglich, Objekte nicht mehr nur zu liken oder zu empfehlen, sondern auch anderweitig mit ihnen zu interagieren wie: lesen, hören, sehen, kochen, etc.

Beispiel: Runtastic App

Beispiel_Facebook_OpenGraph

Sollte jedes Unternehmen auf facebook vertreten sein?

Ob ein facebook-Auftritt für Unternehmen sinnvoll ist hängt zunächst von den Zielen und Produkten/Dienstleistungen eines Unternehmens ab. Grundsätzlich kann man sagen, dass facebook, insbesondere für B2C-Unternehmen das größte Potenzial besitzt, Kunden zu erreichen.

Bevor man sich jedoch entscheidet auf facebook aktiv zu werden ist es empfehlenswert, sich mit folgenden Fragen auseinander zu setzten:

• Welche Zielgruppe möchte ich auf facebook erreichen?
• Was möchte ich mit meinem Unternehmen auf facebook erreichen? (Support, Kundenbindung, Neukundengewinnung, etc.)
• Hat mein Unternehmen die notwendigen Ressourcen, um diesen neuen Kommunikationsweg zu bedienen? (Personen, IT, Know-How, Zeit etc.) Wenn nicht, welche Online-Marketing-Agentur ist für mich die richtige?
• Haben bzw. wollen wir ein eigenes Budget für facebook abgeben?
• Hat mein Unternehmen genügend relevanten Content, um regelmäßig auf facebook etwas zu posten?

Die Konkurrenz stets im Auge behalten

Für einen erfolgreichen Unternehmens-Auftritt auf facebook ist es von Vorteil, die verschiedenen Möglichkeiten, die facebook für Unternehmen bietet, in die Gesamtstrategie mit einzubinden. Im Wesentlichen sind das die Vermittlung von gutem Content, kreative facebook-Kampagnen über hochwertige Apps, sowie das professionelle Schalten von verschiedenen facebook Ads.

Welche Möglichkeiten Google+ und Twitter für Unternehmen bieten und für welche Unternehmen es sinnvoll ist in diesen Sozialen Netzwerken vetreten zu sein, wird im 2. Teil näher erläutert.

Über den/die Autor/in:
Jens Martin Baumgartner
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